Rückblick 2023

Liebe Freunde

 

2023 war für uns ein Jahr der Prüfungen. Noch immer ist Krieg in der Ukraine und wir spüren, dass zum Teil auch in der Schweiz, die Menschen müde sind, sich dem Thema zu stellen. Leider ist aber die Not noch immer gross und der Bedarf riesig. Material, Menschlichkeit und Interesse ist gefragt.

Es braucht wirklich Beharrlichkeit und Ausdauer, sich für benachteiligte Kinder ein zusetzten. Aber es lohnt sich! Wenn wir die Berichte und Bilder von den Zielorten erhalten, mit diesen wieder hoffnungsvollen Menschen, ist unsere Arbeit, mehr als wertvoll und unsere Sorgen werden sehr klein.

 

 


Verein:

Auch unsere Struktur wurde geprüft. Im Februar wurde unser Lager, welches wir gut 20 Jahre nutzen durften, verkauft. Der neue Besitzer kündigte uns sofort und die Kommunikation war sehr schwierig. Noch schwieriger gestaltete sich aber die Suche nach einer Alternative. Wir haben intensiv gesucht und bangten gar um unseren Fortbestand. Schliesslich, in bester ProSchuleOst-Manier, wurden wir gefunden! Frieda Bösch aus Amriswil bot uns Ihre alte Schreinerei als Lager an. Endlich hatten wir wieder eine Perspektive und planten sogleich unseren Umzug. Was da hiess: Ganz, ganz fleissige Menschen leerten das Lager Lengwil. Luden Sattelschlepper, rissen ab, entsorgten, reinigten, verschoben Infrastruktur und mussten sich umgewöhnen. Dies alles neben unserer gewohnten Aufgabe! Einen ganz grossen Dank an alle Beteiligten! Wir sind am neuen Ort mit seinen Vor- und Nachteilen noch immer am Ankommen.


Arbeit Schweiz:

Wir konnten dieses Jahr 17 Sattelschlepper verschicken. Dies ist ein weiterer Rekord.

Wieder staune ich über die Bereitschaft unserer ehrenamtlichen Helfer, ihre Flexibilität und ihren Einsatz. Es ist wirklich erstaunlich, dass trotz der hohen Kadenz, irgendwie immer genügend fröhliche Helfer da sind! Für mich ist dies jedes Mal ein Wunder. Ebenso, die fleissigen Verpackerinnen, die mit ihrer Arbeit ein „einfaches“ Beladen ermöglichen.

Durch den Umzug ins neue Lager, veränderten sich auch unsere Strukturen etwas. Martin Richard kann noch etwas kürzer treten, auch wenn er das ja gar nicht so recht will… Moritz hat sich als Lagerchef zur Verfügung gestellt und amtet ausgezeichnet. Wir haben uns von der Velosammlung getrennt und diese erfreulicherweise an Kompass Bischofszell abgeben können. Aus Platzgründen sind wir etwas zurückhaltender mit der Annahme von Haushaltsmöbeln. Unsere Sorge, dass wir am neuen Standort weniger Material erhalten, scheint unbegründet. Wir freuen uns aber darauf, in Amriswil etwas bekannter zu werden und planen deshalb einen Tag der offenen Tür am 20. April 2024 an der Tellstrasse 10.

Schliesslich haben wir jetzt eine Toilette und einen heizbaren Sortierraum!

Der nächste LKW wird nach Moldawien gehen. Das ist die Nummer 245!

LKW wird in Charkiw, Ukraine ausgeladen
LKW wird in Charkiw, Ukraine ausgeladen

Zielländer:

Ukraine

5 Sattelschlepper gingen dieses Jahr in die Ukraine. Schulmaterial, das dringend benötigt wird. Glücklicherweise, fanden wir Strukturen, die eine richtige Platzierung vor Ort sicherstellen. Schulen nahe der Front, die auch unterirdisch eingerichtet werden müssen. Eine Schule in Odessa, mit ganz vielen Sandsäcken als Bombenschutz vor den Fenstern. Aber auch Schulen in den Karpaten, wo viele Flüchtlingskinder sind. Schulen in der Region Kiew, wo eine Art Wiederaufbau stattfindet. Der Bedarf ist weiterhin riesig. Es herrscht immer noch Krieg! Auch wenn er aus unseren Medien langsam verschwindet. Kein Kind hat so etwas verdient!

 

Moldawien

Unser Freund Micha und seine Frau leisten noch immer ganz viel Unterstützung. Einerseits in der Umgebung Singerei für moldawische Schulen und Menschen. Andererseits unterstützen sie weiterhin ukrainische Familien im Umland auf ukrainischem Boden. Die Freundschaften zu den ehemals aufgenommenen Geflüchteten werden vertieft. Sie bringen Mehl nach Odessa. Allerdings wurden nun drei Mühlen durch die Russen zerstört, was den Nachschub erschwert. Das Leben in Moldawien ist teurer geworden. Ich hoffe sehr, dass der Westen Moldawien diesmal nicht wieder vergisst. Wir werden auf jeden Fall weitermachen, unterstützen unsere Freunde auch in der Arbeit in Lagern im Sommer.

 


Rumänien

Andreas Günter hat eine unserer Partnerschulen in Suceava für 10 Tage besucht und hospitiert. Er hat eindrücklich berichtet, welche Schwierigkeiten in einer christlichen Privatschule mit über 1000 Schülern bestehen. Von dem riesigen Engagement des Leiterpaares, das mit sehr wenig staatlicher Unterstützung alles am Laufen hält und sich verbessern will. Es ist erstaunlich, dass trotz EU-Zugehörigkeit Rumäniens, so viele Schüler, die staatlichen Schulen verlassen wollen. Auch wenn es vielen Rumänen besser geht als früher, besteht noch immer ein grosser Nachholbedarf.

Dieser Kontakt gibt viele Schulmöbel weiter. Hier das Bild von einem Berufsschulklassenzimmer gefüllt mit Schweizer Möbeln.

 

Bulgarien

Unser Partner, die Familie Gerster und Stefan Kosev machen beharrlich weiter mit Kinderarbeit, dem Heim für Obdachlose und im ganzen privaten Umfeld. Für Stefan haben wir wieder 50 Weihnachtspakete zum Verteilen an die Bedürftigsten gepackt. Diese werden in diesen Tagen verteilt. Stefan freut sich sehr darüber. Er tut dies gerne, neben seinem Engagement mit seinen zahlreichen Brockenstuben.

 

Albanien

Wir haben erneut einen LKW nach Albanien geschickt. Mit Schulmöbeln, Kindergartenmöbeln, Spitalbetten und diversen Rollstühlen aus unserer hauseigenen Werkstatt von Helmut und Paul. Die Bilder der Empfänger, machten grosse Freude, aber auch demütig. Erion, unser Kontakt dort, und seine Frau haben uns im November besucht und wir haben uns ausgetauscht. Vieles in Albanien ist uns fremd, und Hintergründe werden erst durch persönliche Kontakte verständlich. Auch unser Land, durch die Augen von Albanern zu sehen ist lehrreich.


Gerne gebe ich dieses intensive Jahr zurück. Wir sind aber doch sehr dankbar für alles, für das Viele, das gelang und zur Freude wurde. Dankbar, dass unsere Pläne oft durchkreuzt und durch Besseres ersetzt wurde. Dankbar für DEINE Unterstützung ohne das Alles gar nicht möglich wäre!

 

Finanzen:

Zum ersten Mal in unserer 27-jährigen Geschichte werden wir Geld für die Miete eines Lagers einsetzen. Das ist ein Wunder! Ebenso gross ist das Wunder, dass unser neues Lager bezahlbar ist. Die Unkosten werden steigen.

 

Dank:

Es gibt ganz viel Grund Danke zu sagen:

- Dass wir bei PSO Frieden haben

- Dass wir diese wertvolle Arbeit tun dürfen

- Dass wir so unglaublich nach-haltig sind

- Allen Mitarbeitern, die sich gegenseitig tragen

- Den vielen Schulen, die uns stets mit Möbel versorgen

- Unseren Spendern von Geld – Allen –

- Für die lachenden Kinder

- Danke! Unserem grossen Gott!

 

Wünsche für 2024

- Frieden. Frieden

 

Kesswil, 28.12.2023

Hans Jörg Länzlinger

Präsident

Pro Schule Ost


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